18.04.2018

Wo sind die Fachkräfte von morgen?

Volle Auftragsbücher – keine Mitarbeiter – lange Wartezeiten für Kunden

„Sind wir die letzten einer aussterbenden Rasse, die keine Angst davor hat, sich die Hände schmutzig zu machen? Sind wir verrückt, denn wir sind Handwerker??? Wo sind die Dachdecker, Zimmerer und Flaschner von morgen...? ”, diese Fragen stellt Peter Dehling.

Unsere aktuelle Sozialpolitik verschärft dieses Problem, da inzwischen viele junge Menschen dazu gedrängt werden, doch lieber zu studieren, anstelle sich dem Handwerk zu widmen. Auch diejenigen, die eine handwerkliche Ausbildung hinter sich haben, wechseln nicht selten in die Industrie. Schon lange sorgt auch unser Bildungssystem leider dafür, dass Schüler, die nicht die Anlagen für ein Studium mit sich bringen, ebenso oftmals für den handwerklichen Beruf überfordert sind. Für den Spruch „Das Handwerk hat goldenen Boden“, brauchen wir einen qualifizierten Nachwuchs. Die meisten Kollegen sagen dazu: „Randvolle Auftragsbücher – aber zu wenig Fachkräfte und Azubis.“

Das Ergebnis: Sie kommen nicht mehr hinterher, leider muss dadurch der Kunde warten.

Es sieht sehr schlecht aus für die deutsche Wirtschaft, wenn man es nicht schafft, die Handwerksberufe – wie Dachdecker, Flaschner, Zimmerer, Bäcker, Metzger, Maurer, Elektriker, Heizungsbauer usw. – wieder attraktiver zu gestalten! Man muss junge Menschen auch dazu animieren, sich für einen solchen Lehrberuf zu entscheiden.

Gesellschaftliche Anerkennung und Respekt

Denn was nutzt es, wenn kaum jemand da ist, der z.B. ein undichtes Dach, Sturm- u. Hagelschäden oder ein defektes Wasserrohr reparieren kann? Dazu müssen diese Berufe wieder einen gesellschaftlichen Wert zurück erlangen und die Handwerker den Respekt bekommen, den sie verdienen.

Der Bauboom macht es besonders den Privatleuten bzw. Bauherren schwer, Handwerker zu gewinnen, da händeringend nach Fachkräften und Azubis gesucht wird. Die gestiegenen Wartezeiten, bis offene Reparaturen bzw. Baustellen begonnen werden können, deckt deutlich auf dass der Fachkräfte – Mangel in Deutschland immer drastischere Ausmaße annimmt. Da zwangsläufig eine Vollbeschäftigung in weiten Teilen Deutschlands herrscht und dadurch die Firmen ihre offenen Stellen nicht mehr besetzen können. Das spüren auch die Bürger: Die Wartezeiten auf Handwerker werden immer länger.

Nicht jeder muss studieren!

Wer Erfolg sucht, muss diesen nicht zwangsläufig auf Universitäten und Fachhochschulen finden. Was ist also zu tun? Zum Beispiel muss mit den Klischees aufgeräumt werden, dass nur wer studiert hat erfolgreich sei und viel Geld verdiene. Eine Ausbildung ist ebenso wie ein Studium die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Und: Akademiker beziehen nicht zwangsläufig ein höheres Gehalt. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum.

Die Wirtschaft sucht vor allem ausgebildete Fachkräfte, nicht nur Akademiker. Und es ist auch nicht jeder zum Studieren gemacht. Rund 25 Prozent der Studienanfänger – in den Ingenieurwissenschaften sogar 50 Prozent – beenden ihr Studium ohne Abschluss.

Wichtig ist also die richtige und umfassende Information der Schüler an allen Bildungseinrichtungen über die Möglichkeiten im Beruf. Nicht nur das Studium schönreden – sondern auch die andere Seite zeigen: Erfolg und Zufriedenheit durch handwerkliche Arbeit . Dann behält Handwerk auch seinen „goldenen Boden“.

Bilder & Text: Fa Dehling

© Dehling GmbH 2012