21.06.2017

"Dünn drüber?" Sind Dachbeschichtungen sinnvoll?

Die Dachbeschichtung ist eine rein kosmetische Maßnahme. Und auch ein nachträglich beschichtetes Dach kann nach kurzer Zeit schon wieder so aussehen.

Firma Dehling beantwortet aktuelle Fragen rund ums Dach

„Wird ein rundum verrostetes Auto wieder verkehrssicher und bekommt es die begehrte TÜV-Plakette nach einer Neulackierung?“, fragt Sebastian Dehling von der Firma Dehling Dach und Wand in Holzgerlingen. Und damit beantwortet er eigentlich auch schon die Frage nach dem Sinn (oder Unsinn) von nachträglichen Dachbeschichtungen: „Eine nachträgliche Beschichtung ist keine Alternative zur Neueindeckung“.

Zunächst: Die Dachreinigung

Vor der Dachbeschichtung wird die Dachfläche meist mit Hochdruckreinigern von Schmutzresten gesäubert. Meist übernehmen diese „Dachreinigung“ keine ausgebildeten Dachdecker. Daher kann es schon beim unsachgemäßen Betreten der Dachfläche zu Beschädigungen kommen. Darüber hinaus werden Unfallverhütungsvorschriften oft nicht erfüllt. Dazu gehören bei Absturzhöhen von mehr als 2 m und einer Arbeitsdauer ab zwei Tagen das Stellen eines Gerüsts nach den gesetzlichen Anforderungen. Auf „sehr dünnes Eis“ begibt sich, wer ein asbestzementhaltiges Dach beschichten lässt. Denn jede Bearbeitung solcher asbesthaltigen Baustoffe ist gesetzlich verboten und stellt sogar eine Straftat dar.

Die Reinigung der Dachfläche erreicht natürlich nicht die überdeckten Bereiche der Dachziegel oder Dachsteine. Im schlimmsten Fall kann der harte Druck des Hochdruckreinigers sogar die Unterdeckung beschädigen.

Nun wird das Dach meist durch Aufsprühen „beschichtet“. Da jedes Dach aber unter Witterungseinflüssen wie Temperaturschwankungen, Windsog etc. „arbeitet“, kann es zu feinsten Haarrissen in der Beschichtung kommen. Dringt in diese Risse Feuchtigkeit ein, kann es schon nach kurzer Zeit zu Abblätterungen der Beschichtung kommen. „Grundsätzlich wird kein einziger Bedachungselemente-Hersteller seine Produkte für eine nachträgliche Beschichtung freigeben“, klärt Sebastian Dehling auf. „Denn damit würden möglicherweise auch zugesagte und garantierte Produkt-eigenschaften negativ beeinflusst“.

Und noch ein Irrtum ...

Übrigens sollte eine Dachbeschichtung nicht mit einer farbigen Engobe oder Edelengobe, wie sie von vielen Dachziegelherstellern ab Werk angeboten wird, verwechselt werden. Hier werden meist mineralische Farbpigmente vor dem Brennen des Ziegels aufgebracht. Die Edelengobe ist die hochglänzende „glasierte“ Version der Engobe. Bei Betondachsteinen erfolgt vor dem Härten des Betons in Wärmekammern eine Durchfärbung mit Farbpigmenten. Das Fazit des Fachmanns also: „Dachbeschichtungen sind teure Kosmetik, die eine nach Jahren oder Jahrzehnten fällige Neueindeckung nicht ersetzen können“.

Mehr Infos erhalten Sie beim Fachbetrieb für das Dachdeckerhandwerk Dehling in Holzgerlingen. Hier werden alle Fragen fachkundig beantwortet und die Kundschaft vor sinnlosen Ausgaben bewahrt. Man solle sich also nicht scheuen, die Firma Dehling zu kontaktieren, die bei einem Schadensfall mit Rat und Tat zur Seite steht. Nutzen Sie hierfür einfach das Kontaktformular.

Bild: Dachdecker-Innung

© Dehling GmbH 2012